Wer sich durch Leserbriefe exponiert, bekommt öfters mal ungefragte Fanpost, meist anonym. In besonders netten Fällen kommen Belästigungen am Telefon und persönliche Drohungen dazu. Hier meine Top Five der beliebtesten Reaktionen auf meine Leserbriefe:
Der Klassiker
Nicht so ihre Anhängerschaft, die mir auf einem schmierigen Notizzettel eine Nachricht zukommen liess: An einem Zeitungsausschnitt über eine Schulklasse in St. Fiden (Stadt St. Gallen), die seit jüngstem zu 75% aus Ausländern bestand, war die Nachricht geheftet:
"Heb d'Schnorra du domma huara siach. Liesisch denn koa zitig".Da beschloss ich, politisch zu werden und nach Diepoldsau zu ziehen.
Der Verletzte
- Er schreibt nicht einfach Leserbriefe, sondern Aphorismen, deren Inhalt einheitlich den Endsieg Christoph Blochers und der SVP voraussagen.
- Er tritt in der Arena als "Politberater" auf und zerpflückt den politischen Gegner in einer für diesen und die Zuschauer nicht nachvollziehbaren Weise.
Der Rabiate
Roland Rino Büchel lief an mir vorbei, sah mich aus den Augenwinkeln und reagierte Blitzschnell: "So Jäger (eigentlich waren wir per Du), kommst Du draus?" Er beantwortete die damit nicht einmal rehtorische Frage gleich selbst:"Ich glaube nicht. Ich glaube, Du kommst überhaupt nicht draus. Wir sollten einmal einen öffentlichen IQ-Test machen, dann wirst Du schon sehen."
In meinen Augen liegt das beleidigende Element in dem von ihm implizit vorausgesagten Ergebnis des IQ-Tests. Das war mir gegenüber eindeutig ehrverletzend. Aber man ist ja nicht kleinlich.
Der Subtile
Das ist nicht ok, was Du mit der CVP machst, nachdem sie uns in den Gemeindewahlen so geholfen haben. Dein Fredy von der FDP DiepoldsauSpannend ist, dass wir in der Diepoldsauer FDP natürlich gar keinen Fredy haben.
Der Weitsichtige
Der Schock der im Rheintal deutlich verlorenen Abstimmung über Schengen/Dublin sitzt beim Rheintaler-FDP-Antreiber Michael Jäger offenbar noch immer tief. Anders ist es nicht zu erklären, warum er Zweidrittel der Rheintalerinnen und Rheintaler auch bei der nun anstehenden Abstimmung für unfähig hält, sich zu dieser Vorlage eine eigene Meinung zu bilden. Eine derart überhebliche Einstellung eines (ambitionierten) Parteiexponenten trägt mit Sicherheit mehr zur Politikverdrossenheit der Bevölkerung bei als eine hart, aber fair geführte Auseindandersetzung zu einer Sachfrage. Dass Herr Jäger der SVP attestiert, im laufenden Abstimmungskampf mit den wenigen zur Verfügung stehenden Mitteln überzeugender und letztlich beim Bürger erfolgreicher zu sein als die ganze übrige Wirtschafts- und Politprominenz mit Millionenbudgets und all den gekauften Verbänden, Standaktionen und Leserbriefen, ehrt uns natürlich. Auch darum wird die SVP Rheintal den eingeschlagenen Weg weitergehen. Ebenso werden wir wie bisher auch künftig andere Meinungen akzeptieren - egal von wem und zu welchem Thema. Dasselbe Recht nehmen wir jedoch für uns in Anspruch. In das Einheitskonzert der politischen Heimatverkäufer werden wir darum auch künftig nicht einstimmen, auch wenn dies Herr Jäger noch so beklagt. Denn unsere Devise lautet nicht: «Wahlsieg statt Wohlstand», sondern «Wahlsieg und Wohlstand». Das ist nicht Selbstzweck, sondern aktive Politik für jene Mehrheit der Rheintalerinnen und Rheintaler, deren Interessen auch bei der bevorstehenden Abstimmung vom 25. September einmal mehr nur von der SVP vertreten werden.An dieser Stelle einen Applaus für Herrn Huser.
Herbert Huser
Präsident SVP Rheintal
Jetzt bewerten

Diesen Beitrag drucken
Diesen Beitrag per Mail senden
Die Schrift vergrössern
Die Schrift verkleinern
Spenden
@Johnny Ha ha ha, die SVP wird am...
@carlo Vernunft und...
@jesus sirach die katholische kirche ist...
@MéLa \"So tötet nun alles, was...
@Alexander Ich bin gegen die...