Die Open Source Gemeinde der Schweiz hat geklagt: Die Verwaltung hatte einen Auftrag über die Verlängerung von Lizenzen in der Summe von 42 Mio. Franken freihändig an Microsoft vergeben. So ganz ohne Ausschreibung ist das recht fragwürdig.
Für die Verfechter des OSS-Modells droht der Entscheid zum Schuss ins eigene Knie zu werden. Sie haben quasi ohne Not in einem fahrenden Schnellzug die Notbremse gezogen, um mit der Bahngesellschaft über ihren Fahrplan oder das Rollmaterial zu diskutieren.Das Gericht sagt es noch deutlicher: Eine Einsprache ist nicht zulässig, da eine Abkehr von Microsoft einen Strategiewechsel beim Bund bedeuten würde, was die Beschaffungsmechanismen nicht vorsähen.
Anders gesagt: Da eine fixe Vorgabe besteht, wer die Produkte liefern muss, gibt es keine Ausschreibung. Die Beschaffung von Microsoft-Produkten ist somit bereits beschlossene Sache, bevor der Auftrag auch nur formuliert ist. Die Open Source Community hat zwar einen Prozess verloren, bevor er begonnen hatte, aber ein Sieg ist ihr Gewiss: Unser Land wird sich Gedanken machen müssen, ob wir ein Monopol auf staatliche Verwaltungsprozesse an den Redmonder Konzern dulden wollen. Sowohl aus wirtschaftlichen wie auch aus sicherheitpolitischen Überlegungen heraus ist das keine tragbare Strategie. Von einem Schuss ins Knie ist dieses Ergebnis weit entfernt.
Jetzt bewerten

Diesen Beitrag drucken
Diesen Beitrag per Mail senden
Die Schrift vergrössern
Die Schrift verkleinern
Spenden
@Johnny Ha ha ha, die SVP wird am...
@carlo Vernunft und...
@jesus sirach die katholische kirche ist...
@MéLa \"So tötet nun alles, was...
@Alexander Ich bin gegen die...