Nach einer abgelaufenen Session schaue ich mir als Aussenstehender gerne an, was unsere Parteien im kantonalen Parlament so an Politischem geschaffen haben. Die abgelaufene Juni-Session liefert gleich drei herrliche Beispiele für Interpellationen, auf die die Regierung noch nicht geantwortet hat. Ich erlaube mir mal, die Antworten vorweg zu nehmen.
Nun, vermutlich schon, aber zuständig dafür ist Verkehrsminister Leuenberger. Die Anfrage ist somit beim falschen Empfänger deponiert.
Platz 2 widme ich meinen geschätzten Regionalpartei-Kollegen von der CVP, Patrick Dürr. Er wollte wissen, ob es wirklich soviel Papier in der Verwaltung brauche, wer die Erstellung von Drucksachen kontrolliere und ob alles in einem einheitlichen Corporate Design daherkomme.
Die Erstellung von Drucksachen wird auf Ebene der Verwaltung entschieden. Das Corporate Design wird – soweit der Kanton Absender der Botschaft ist – eingehalten. Die Schaffung einer kantonalen Drucksachen-Verwaltungs-Stelle zur fallweisen Entscheidung über die Sinnfrage wird die Regierung nicht als zielführend erachten.
Platz 3 belegt der wegen seines juristischen Sachverstands und seines spitzen Humors von mir hochgeachtete CVP-Kantonsrat Werner Ritter mit dieser Frage: „Wie viel Aufwand soll der Kanton St.Gallen für Empfänge, Apéros, Festanlässe usw. betreiben?" Er stört sich an der zunehmenden Anzahl von Apéros Riches, an den über CHF 200'000.- für die Feier anlässlich der Wahl von Erika Forster als Ständeratspräsidentin. und ganz generell an den Kosten für Empfänge.
Die Ständeratspräsidentinnen-Feier wird die Regierung verteidigen können, da wir alle 40 Jahre mal einen solchen Anlass haben, der für den Kanton von grosser Bedeutung ist und ein ordentliche Party rechtfertigt. Darüberhinaus wird auch hier eine kantonale Controlling-Stelle für Apéro-Kosten wohl nicht für notwendig befunden werden.
Als Gegengewicht zu den drei Top-Scorern möchte ich auf eine einfache Anfrage von Ruth Thoma aus dem Jahr 2000 verweisen. Sie hat sinnvollerweise gefragt, was die Beantwortung einer Interpellation kostet. Antwort der Regierung: CHF 1'500.- bis CHF 3'000.-. Zählen Sie mal zusammen...
Jetzt bewerten

Diesen Beitrag drucken
Diesen Beitrag per Mail senden
Die Schrift vergrössern
Die Schrift verkleinern
Spenden
@Johnny Ha ha ha, die SVP wird am...
@carlo Vernunft und...
@jesus sirach die katholische kirche ist...
@MéLa \"So tötet nun alles, was...
@Alexander Ich bin gegen die...