Unsere Bundespolitiker verlieren den Boden unter den Füssen - die Diskussion, das Taktieren und Sich-in-die-Hemdbrust-Werfen angesichts der Abzocker-Debatte nimmt mehr und mehr absurde Züge an.
In eineinhalb Jahren sind Wahlen. Höchste Zeit, dass abgewählte Bundesräte mal wieder von sich reden und die mehrheitsfähigen Populär-Argumente der Minder-Initiative zu eigen machen. Da wollen die Genossen natürlich nicht hintanstehen und nach dem PR-Debakel mit der Strafanzeige gegen die Verwaltungsräte der UBS ein Schnippselchen von der volkswutgebräunten Echhauffierungs-Cervelat abhaben.
Noch vor einem Jahr war der Zahnpasta-Hersteller mit seinem initiativgewordenen Wutanfall auf Bauchnabelhöhe ein Exot, ein kaum ernstzunehmender Aussenseiter mit dem politischen Gewicht einer aseptischen Kamillen-Mundspülung. Jetzt überschlagen sich die Parteien plötzlich darin, eine Lösung zu präsentieren, die sie zum Allein-Inhaber des Volkswillens macht. Nicht dass es irgendjemandem noch darum geht, dass der Minder-Unsinn nicht angenommen würde. Schliesslich geht der Wahlkampf los. Wie leitete Blackadders Faktotum jede Katastrophe doch immer so passend ein: "I have a cunning plan." Willkommen auf diesem Niveau.
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