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Mit dem Dreisatz in den Nationalrat: Herbert Huser gegen Haus24


Beitrag vom 16.02.2010
Es fällt inzwischen ein bisschen auf: Bei der Kanti-Renovation hat der von mir hoch geschätzte Rheintaler SVP-Präsident und Kantonsrat Herbert Huser im Dreisatzverfahren errechnet, dass der Neubau zu teuer sei. Das hat ihm kantonsweit Medien-Echo eingetragen. Beim Haus 24 wendet er die gleiche Mechanik nochmals an. Aber erheblich erfolgreicher, denn diesmal stehen die kantonale SVP und der Gewerbeverband hinter ihm. Ob da jemand höhere Ambitionen hat?
Natürlich gebührt Herbert Huser unser aller Respekt, dass er als kompetenter Architekt und steuerbewusster Parlamentarier die Bauvorlagen im Kanton gerne kritisch unter die Lupe nimmt. Dennoch möchte ich mir - meiner absoluten fachlichen Inkompetenz bewusst - erlauben, seine Argumente zu hinterfragen. In einem Leserbrief vom heutigen Dienstag (Der Rheintaler und Volkszeitung) schreibt er:
Im April 2007 hat der Kantonsrat mit den Stimmen der SVP fast einstimmig dem Ausbau des Hauses 24 am St.Galler Kantonsspital für 15 Millionen Franken zugestimmt. Kurz vor dem Spatenstich, nachdem bereits hunderttausende Franken für Planungs- und Vorbereitungsarbeiten ausgegeben waren, wurde das Bauvorhaben gestoppt. Die Begründung war so einfach wie typisch für unser Baudepartement: falsche Zahlen! Dieses Beispiel hat einmal mehr deutlich gemacht, wie seriös die Bauverantwortlichen unseres Kantons Abklärungen treffen, bevor Millionen an Steuergeldern für Bauvorhaben ausgegeben werden.   
Sachlich immerhin zur Hälfte richtig. Aber es war nicht das Baudepartement, das falsch gerechnet hatte, sondern die Regionalspitäler hatten den Bedarf nicht korrekt angegeben. Das lässt sich selbstverständlich belegen:
Die harsche Kritik zielt damit auf den falschen Adressaten, was im Kurzzeit-Gedächtnis des Durchschnitts-Lesers unterzugehen droht. Bauchef Willi Haag hatte gerade noch rechtzeitig den Stecker gezogen, bevor 15 Millionen Steuergelder in einen untauglichen Bau gesteckt werden konnte. Das Gesundheitsdepartement hat hier den schwarzen Peter verdient. Dessen ungeachtet geht es im gleichen Stil weiter:
Mit dieser Grafik lässt sich auf der Gewerbeverband überzeugen: Kostensteigerung in der grafischen Trendanalyse
Leider nicht anders verhält es sich auch bei der jetzt vorliegenden Neuauflage des Projekts für 33 Millionen Franken, über die wir am 7. März abstimmen werden. Gegenüber der ursprünglichen Bauvorlage wurden die Nutzflächen und die Gebäudekubatur aus vertretbaren Gründen um rund 60 Prozent erhöht, die Gebäudekosten stiegen hingegen um sagenhafte 170 Prozent! Dies bedeutet Mehrkosten von über 7 Millionen Franken, die sich mit nichts rechtfertigen lassen, weder mit der Teuerung noch mit dem Minergiestandard.
Korrekt. Es lässt sich nur dadurch erklären, dass beim Bau eine Vergrösserung des Projekts nicht zu einer linearen Kostensteigerung führt. Zum Glück hat das Baudepartement die Mehrkosten entgegen Husers Aussage sauber ausgewiesen:
1'300'000 Fr.
Teuerung
700'000 Fr.
Notstrom für Betriebssicherheit
100'000 Fr.
Liftanlage
700'000 Fr.
Anteil statische Massnahmen
800'000 Fr.
Klimatisierung Lagerräume
900'000 Fr.
neue Minergievorschriften
900'000 Fr.
Überarbeitung Projekt
300'000 Fr.
neue EDV Richtlinien
200'000 Fr.
Aufwendungen aus Pathologie
5'700'000 Fr.
Betriebssicherheit Haustechnik
100'000 Fr.
Diverse Kleinarbeiten
11'700'000 Fr.
Mehrkosten

Ob wirklich ein sachlicher Anlass zu diesem Leserbrief geführt hat? Vielleicht verstehe ich ja wirklich zu wenig vom Bauen. Oder von Politik.




herbert huser
16.02.2010

lieber michael

es ehrt dich natürlich, dass du dich schützend und uneigennützig vor deinen regierungsrat stellst. in der sache hingegen bist du auf dem holzweg, denn der von mir geschätzte bauchef hat die fehler des baudepartements im kantonsrat eingestanden und sich dafür entschuldigt. wie du als fdp-ler jedoch weisst ist das immer so eine sache mit entschuldigungen (nicht nur in lybien, auch im inland). vor allem nützt eine entschuldigung dann wenig bis nichts, wenn man aus den begangenen fehlern nichts lernt und die steuerzahler für die eigenen fehler zahlen lässt.

zum schluss noch ein kleiner tip vom fachmann: sieh' dir mal die zahlen deiner auflistung an und frag dich, wie sich solche "mehrkosten" erklären und ob sie sich rechtfertigen lassen. kommst du nicht selber drauf bin ich dir beim finden der antwort bei gelegenheit gerne behilflich.


16.02.2010

Lieber Herbert,

wie der Original-Text zeigt, hat sich Haag für die Regierung entschuldigt, nicht für eine Fehlplanung des Baudepartements. Also leider kein Holzweg. Aber dafür finde ich Kommentare zu Deinem Rechenmodell...

Für Untertützung eines Baufachmanns bei der Zahleninterpretation wäre ich sehr dankbar.

Gruss,

Michi


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werzurhoelle
Im Jahr 2004
bekam ich meine
erste anonyme
Drohung
wegen
eines Leserbriefs.
Das war mein
Einstieg in die
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