contentBg_Top

Personenfreizügigkeit aufkündigen - Befürworter flip-floppen.


Beitrag vom 24.11.2009
Da haben wir wochenlang ideologisch gestählt im Abstimmungskampf um die Personenfreizügigkeit gefochten und jetzt soll das alles plötzlich falsch gewesen sein? Ökonom Reiner Eichenberger, einst als Befürworter in der Arena, stellt nun plötzlich ein "Riesenproblem" fest. Ja was stimmt denn nun?
Mit Sack und Pack wird eingezogen, aber keiner will wieder gehen.
Die Einwanderungsbilanz beschert uns einen stetigen Zuwachs ausländischer Wohnbevölkerung. Der abgewählte Bundesrat Blocher will die Notbremse ziehen und die Personenfreizügigkeit aufkündigen. Immer mehr Deutsche, bald auch noch die Rumänen, das Lohnniveau unter Druck, PANIK! Plötzlich laufen scharenweise ehemalige Befürworter über und finden das Ende des bilateralen Weges plötzlich eine gute Idee.

Mir scheint das reichlich übereilt. Ja, die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Die Leute kommen, weil Sie hier Jobs bekommen. Sie gehen aber nicht wieder, wenn der Job weg fällt. Offenbar haben wir ein Problem. Jetzt stehen uns zwei Wege zur Verfügung:

A) Wir kündigen die Personenfreizügigkeit und verlegen uns auf ein amerikanisches Einwanderungsmodell, das die willkürliche Selektion der Zuwanderer ermöglicht. In der Folge müssen wir unser Verhältnis zur EU - mitten ein der Wirtschaftskrise - neu definieren.

B) Wir drosseln die Zuwanderung - denn auch die EU wird verstehen müssen, dass die reale Quote für die Schweiz zu hoch ist. Das darf aber nicht einseitig geschehen, sondern muss bilateral ausgehandelt werden.

Also ich wäre für B. Nicht nur weil Philipp Müller das im Namen der FDP schon vor Monaten gefordert hat, sondern weil es mir vernünftig erscheint.




cali
24.11.2009

machmal frage ich mich, ob nicht einfach ökonomieprofessoren ein "riesenproblem" haben. eichenberger, wie sein vorgänger wittmann, wirken mehr wie wellenreiter als wie "vordenker".
das ergibt zwangsläufig einen "wendehals".

- wo bleiben die fundierten analysen. ist das "riesenproblem" tatsächlich eine folge der personenfreizügigkeit oder halt nicht einfach die folge der weltwirtschaftskrise.

-hätten wir ohne die personenfreizügigkeit nicht vielleicht ein echtes "riesenproblem". die exportindustrie leidet unter der krise. ohne die bilateralen/personenfreizügigkeit würde sie vermutlich nicht "nur" unter der krise leiden, sie läge in der agonie. (ein riesenproblem)

es scheint, dass wir ein ziemlich intelligentes und erfolgreiches "krisenmanagement" betrieben haben.

A) scheint mir deshalb absurd.

B) die "reale quote" ist zu hoch? weshalb?




24.11.2009

A) Halte ich natürlich auch für nicht gangbar. Aber ist es schon feststellbar, dass die Wirtschaft mit der Einführung der Personenfreizügigkeit genau das getan hat, was neu möglich ist. Nämlich reihenweise Personal aus dem Ausland anzustellen. Und das betrifft nicht nur die Gut-Ausgebildeten und Gut-Verdienenden, sondern auch klassische Büezer auf dem Bau.

Die KOF prophezeiht uns eine Arbeitslosenquote von 5% im 2011. Das sind über 200'000 Menschen, von denen viele Zugewanderte sein werden, die keine Lust haben, nach Hoyerswerda zurück zu kehren. Da ist eine Einwanderungsquote von derzeit 1'4% doch problematisch, oder etwa nicht?


cali
24.11.2009

A) Hier wären nun wohl die Arbeitgeberverbände (und die FDP) gefordert. Wortbrüchigkeit (wir erinnern uns an all die Zusicherungen, Ausländer würden keine Schweizer verdrängen) könnte sich sonst mittelfristig gegen die Interessen der Wirtschaft wenden.
Ohne sicht- und fühlbare Korrektur, könnte es dem abgesetzten Blocher, mittels neuer Mehrheiten, gelingen sein Vorhaben um zu setzen.

Zum Nachteil der Schweiz natürlich. Aber diesmal zum Schaden aller Schweizer. Auch der Unternehmer.
Denk ich mal.

B) Hängt mit obengenannter Personalpolitik zusammen, würde ich mal behaupten.

Sollte man da vielleicht appeliieren?

Mehr Mut zur Redlichkeit, werte Unternehmerverbände, Patrons, bzw Konsorzien, Verwaltungsräte etc.

Mehr Mut liebe FDP`!?

;-)









25.11.2009

Man kann die FDP nicht für die Funktionsweise der Märkte verantwortlich machen, nur weil wir uns für Eigenverantwortung einsetzen. Wenn ausländische Arbeitskräfte billiger sind, wird sich der eine oder andere Unternehmer nicht dazu bewegen lassen, einen teureren Schweizer einzustellen. Das ist so. Eben deshalb glaube ich, dass eine Zuwanderungsbeschränkung ein denkbares Mittel ist, falls sich die Verdrängung in den nächsten Monaten als real erweisen sollte. Falls.


cali
25.11.2009

völlig einverstanden: wenn sie und ich über eine zuwanderungsbeschränkung entscheiden und diese (falls) einführen könnten, wäre das problem schnell und pragmatisch gelöst.

die politische diskussion wird aber wohl (verständlicherweise) ganz anders laufen. womöglich aus dem ruder.

\"eigenverantwortung\" wird andernorts als wortbrüchigkeit, profitgier einzelner gesehen. kurzfristiger profit einerseits, sozialisierung des schadens (sozialleistungen) andererseits. einmal mehr.

und herr blocher wird strahlen: ganau das hat er schon immer immer gesagt. ergo:...

naja. ich will nicht den teufel an die wand malen.

aber \"gefordert\" wäre die fdp m.e. schon.
(leider scheint selbst steinegger, die zeichen an der wand nicht zu sehen. das stimmt mich nicht gerade zuversichtlich, ehrlich gesagt.)




25.11.2009

Sie haben recht - wir werden die Abschaffung der Personenfreizügigkeit diskutieren und nicht das Problem. Philipp Müller (FDP) hat zwar genau das Gegenteil versucht, aber die Arbeitgeber waren alles andere als einverstanden. Eine europäische Nivellierung der Preise und der Löhne ist in ihrem Sinn. Ich frage mich gerade, was ich davon halte...


cali
25.11.2009

ich gestehe, das frage ich micht auch..;-)

nur so, (mehr/weniger) ernstgemeint:

man könnte ja, im sinne effektiver "eigenverantwortung", den unternehmern eine auflage machen.

wer z.B. Deutsche holt (zwecks nivellierung o.ä.)übernimmt während der gesamten aufenthaltsdauer in der schweiz (also auch nach der kündigung)eigenverantwortlich dessen existenzsicherung.

ich bin überzeugt, soviel eigenverantortung würde vermutlich den arbeitsmarkt massiv "regulieren".

und die diskussion über die personenfreizügigkeit würde sich erübrigen. das problem wäre gelöst.

man soll und darf auch querdenken.

denk ich mal.

so, das reicht.


CH
10.12.2009

Die Deutschen haben sich kleinere Länder wie die Schweiz, Niederlande, Österreich vorgeknüpft um zu Kosten dieser Länder Ihre Ausbildungsplatzproblem und hohe Arbeitslosigkeit zu lösen. Die inländische Arbeitskräfte werden durch die Deutschen auf die Seite gedrängt, das ist im Moment die Situation in der Schweiz. Es ist nicht lustig. Fragt sich warum die Deutschen nicht helfen ihr eigenes Land aufzubauen oder DDR weiterzuentwickeln? Ansatt kommen sie massenweise in der Schweiz und nehmen die Schweizer die Arbeitsplätze weg


cali
18.12.2009

Sie kann es doch, die FDP :-)

Querdenken, bzw. kreative, pragmatische und konstruktive Lösungen erarbeiten. Bravo!

Weiter so :-)


Kommentieren
E-Mail:

Name:

website*:

Kommentar:

 

Neues Bild


 
contentBg_Bottom
werzurhoelle
Im Jahr 2004
bekam ich meine
erste anonyme
Drohung
wegen
eines Leserbriefs.
Das war mein
Einstieg in die
Politik



» Mein Profil