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Das Mittel gegen hohe Krankenkassenprämien: Verbilligung erhöhen


Beitrag vom 18.11.2009
Sie nennen sich "Komitee gegen die Krise" und haben den Ausweg aus der Kostenmisere im Gesundheitswesen gefunden. Man muss ja nur die Prämienverbilligungen erhöhen und schon haben alle sozial Benachteiligten weniger Probleme.
Nicht dass der Vergleich eine Visualisierung verdient hätte - mir fällt sonst nur nichts ein.
Dies haben sie - neben anderen der kantonalen Gewerkschaftsbund, die SP und die Juso, die Grünen und die Jungen Grünen, das Solidaritätsnetz Ostschweiz und das Sozial- und Umweltforum Ostschweiz - gestern in einem offenen Brief an die St. Galler Regierung geschrieben. An eine Regierung, die im kommenden Jahr ein Loch von CHF 250 Mio in der Kasse hat.

Ich sehe ja ein, dass steigende Kosten im Gesundheitswesen durch einen Anstieg der Prämien soziale Auswirkungen haben, die abgefedert werden müssen. Aber wer meint, dies mit mehr Löchern in einer noch grösseren Giesskanne lösen zu können, hat nicht mit dem fiskalen Klimawandel gerechnet. Uns geht das Wasser, ähm, uns gehen die Mittel aus. Dieser Lösungsansatz erscheint mir ungefähr so klug wie das Dreischluchtenstaudamm-Projekt in Kandersteg zu realisieren.

Was das Gesundheitswesen braucht sind nicht mehr Mittel aus der Staatskasse[, die sich ja nicht mal mehr eine adäquate Luftraumverteidigung leisten kann], sondern mehr Eigenverantwortung. Wenn Tante Hildegard bei jedem Wehwehchen zum Herrn Doktor rennt, weil es sich mit dem ja so gut reden lässt, dann muss sie das im Portemonnaie spüren. Sonst geht das zu Lasten der Allgemeinheit. Höhere Zwangsfranchisen scheinen mir erheblich angebrachter als höhere Prämienverbilligungen. Damit lassen sich die Prämien um bis zu 50% reduzieren. Eine Abfederung über Prämienverbilligungen brauchen dann nur noch wirkliche soziale Härtfefälle und nicht mehr 50% der Bevölkerung. Alles andere ist unrealistisch und linkspopulistisch bis über die Grenzen der Erträglichkeit hinaus.




18.11.2009

Eine Versicherung dient eigentlich der Absicherung gegen seltene Ereignisse, die aber, wenn sie dann doch eintreffen, sehr hohe Kosten verursachen.
D.h. eine Krankenkasse würde z.B. der Absicherung gegen Krebs dienen. Nicht aber dazu, Alltagsdinge wie Hustensirup zu bezahlen oder irgendwelche Wellnesskuren, auf die der Versicherte gerade Lust hat.


18.11.2009

Das sehe ich grundsätzlich genauso - deshalb glaube ich, dass höhere Franchisen helfen könnten, die Bagatell-Fälle im Rahmen zu halten.


albi
19.11.2009

Die Erhöhung der Prämienverbilligung als Wirtschaftsförderungsmassnahme - was für ein Witz! Aber die Sozis geben halt immer gerne das Geld der Anderen aus...

Aber deine Idee mit der Franchise ist auch nicht Alexanders Schwert für den Gordischen Knoten. Abgesehen davon, dass damit die chronisch Kranken bestraft werden, stellt es auch nur eine weitere staatliche Intervention in ein System dar, aus welchem sich der Staat heraus halten sollte. Der umgekehrte Ansatz wäre deutlich besser: Die Versicherer erhalten die Möglichkeit, deutlich höhere Franchisen anzubieten, die dementsprechend auch zu deutlich höheren Rabatten führen würden (und die dämliche Reduktion der Rabatte auf 2010 wird wieder aufgehoben...).


Dominik Zogg
19.11.2009

Naja, ich habe eine Franchise von 300CHF (tiefste meines erachtens) und renne auch nicht immer zum Arzt. Die Frage ist nur ob ich am nächstes Jahr 290CHF (25) und noch mehr Franchise zahlen soll?

Ist es nicht die FDP welche die Pharmaindustrie deckt?

Dazu kommt, dass man ja nie eine Statistik jener Machen darf, die nicht aus der Schweiz oder einem Nachbarstaat kommen, welche immer gleich ins Spital rennen, welche die nacher von der SP gedeckt werden....


19.11.2009

@albi: Meine Sachkenntnis in Sachen Gesundheitswesen ist zugegebenermassen beschränkt, deshalb formuliere ich es als Frage: Wenn Franchisen wählbar sind, leidet doch die Solidarität, oder nicht? Deshalb denke ich an Zwangsmassnahmen. Und ja, die Belastung der Franchisen ist unsäglich.

@Dominik: Diese Statistik gibt es und die sagt, dass besonders Menschen aus dem Balkan eher ins Spital als zum Arzt gehen. Das ist ein bekannter und erkannter Kostentreiber. Dass Statistiken bewusst unter dem Deckel gehalten werden, ist ein dummes SVP-Märchen.


albi
20.11.2009

Solange der Rabatt geringer als die zusätzliche Franchise ist, leidet die Solidarität nicht. Im Gegenteil, sie wird sogar erhöht, da die Wahrscheinlichkeit der Belastung der Krankenversicherung durch den Versicherten deutlich sinkt und nur noch kostenintensive, meist stationäre Behandlungen betrifft.


20.11.2009

Danke Albi - so lernt man dazu.


22.11.2009

Die zusätzlichen Prämienverbilligungen laufen auch wieder über Steuergelder! Entweder blutet der Bürger an den Prämien, die nicht verbilligt werden, oder dann halt an der Prämienverbilligung, die durch Steuergelder finanziert wird. So einfach ist das!!

Man sollte endlich das Geschwür im Gesundheitswesen beseitigen und nicht die Symptome mit Medikamenten lindern.




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Im Jahr 2004
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