Gestern Abend durfte ich Lukas Reimann an einer Podiumsdiskussion zur Anti-Minarett-Initiative erleben. Flankiert von Lisa Leisi (EDU) gab er bekannte Argumente zum Besten. Erhellend war für mich denn auch nicht die Diskussion selber, sondern die Stimmung der mehrheitlich volksparteilichen Zuhörer. Das hat Erschreckendes zutage gefördert.
Der volle Sonnensaal in Krummenau (Toggenburg) murrte, als die Contra-Seite ihre Argumente vortrug. Aber auch die Pro-Vertreterin der EDU wurde nicht eben freudig empfangen. Als Lisa Leisi das schlagende Argument darlegte, dass nicht alle Moslems schlecht, aber der Islam von Grund auf Böse sei (ich musste mein Abendessen zwanghaft wieder runterwürgen), wurde dies höflich ignoriert. Nur der Polit-Star Reimann wurde mit tosendem Applaus bedacht.
Die Voten aus dem Publikum setzten die Indoktrination der SVP-Propaganda konsequent fort: Eine Frau meinte, sie würde Nein stimmen, damit ihre Kinder nicht den Koran auswendig lernen müssten. Ein anderer fügte an, dass der Islam Europa erobern wolle und wir uns wehren müssten. Die haben das ernsthaft geglaubt.
Meine Erkenntnis ist, dass man auch im Polit-Marketing nicht nur bestehende Bedürfnisse aufnehmen, sondern auch neue wecken kann. Reimann sagte nicht mehr, als dass der Anteil der islamischen Bevölkerung in den letzten Jahren rasant gestiegen sei und schon verbreitete sich die Angst, wir würden in der Bundesverfassung Gott durch Allah ersetzen.
Die Initiative kann kein einziges der angesprochenen Probleme lösen, kann keine Ängste nehmen oder eine Zuwanderung verhindern. Und dennoch klatschten die SVP-Anhänger wie Teenies bei Take That, weil "endlich etwas getan werden muss". Am 29. November muss die Schweizer Bevölkerung beweisen, dass Demokratie funktioniert und mehrheitlich immun gegen infame (nein, nicht Imame) Marketingstrategien ist. Ich habe zumindest Hoffnung.
PS: Zu meiner grossen Freude konnte ich eine weitere Erkenntnis hinzufügen. Lukas Reimann liest nach eigenen Angaben meinen Blog. Wenn auch nur bei einem Google Alert. Immerhin.
Die Voten aus dem Publikum setzten die Indoktrination der SVP-Propaganda konsequent fort: Eine Frau meinte, sie würde Nein stimmen, damit ihre Kinder nicht den Koran auswendig lernen müssten. Ein anderer fügte an, dass der Islam Europa erobern wolle und wir uns wehren müssten. Die haben das ernsthaft geglaubt.
Meine Erkenntnis ist, dass man auch im Polit-Marketing nicht nur bestehende Bedürfnisse aufnehmen, sondern auch neue wecken kann. Reimann sagte nicht mehr, als dass der Anteil der islamischen Bevölkerung in den letzten Jahren rasant gestiegen sei und schon verbreitete sich die Angst, wir würden in der Bundesverfassung Gott durch Allah ersetzen.
Die Initiative kann kein einziges der angesprochenen Probleme lösen, kann keine Ängste nehmen oder eine Zuwanderung verhindern. Und dennoch klatschten die SVP-Anhänger wie Teenies bei Take That, weil "endlich etwas getan werden muss". Am 29. November muss die Schweizer Bevölkerung beweisen, dass Demokratie funktioniert und mehrheitlich immun gegen infame (nein, nicht Imame) Marketingstrategien ist. Ich habe zumindest Hoffnung.
PS: Zu meiner grossen Freude konnte ich eine weitere Erkenntnis hinzufügen. Lukas Reimann liest nach eigenen Angaben meinen Blog. Wenn auch nur bei einem Google Alert. Immerhin.
