Warum das Sturmgewehr ins Zeughaus gehört - nicht in den Schrank

Sobald die hunnischen Horden an der Schweizer Grenze auftauchen, besammeln sich die wackeren Eidgenossen, bewaffnet mit ihrem Sturmgewehr und 50 Schuss Munition, innert weniger Stunden, um den Feind abzuwehren. Der Aufwuchs der vollständigen Abwehrbereitschaft ist innert eines Tages erreicht. Zumindest hatte sich das die P26-Generation so vorgestellt.
Der Kampf um die Waffe ist ein Kampf der Ideologie gegen ein praktisches Sicherheitsbedürfnis.
Der Kampf um die Waffe ist ein Kampf der Ideologie gegen ein praktisches Sicherheitsbedürfnis.
Dass der Schweizer Staat seinen wehrhaften Bürgern ein Gewehr mit nach Hause gibt, ist ebenso einzigartig wie die Landsgemeinde. Und ebenso folkloristisch. Unsere Schützenvereine verstehen das Schiessen denn auch nicht nur als Freizeitbeschäftigung, sondern als handfeste Wehrertüchtigung. Auf dieser ideologischen Basis lässt sich herrlich sinnfrei argumentieren: Man werde sich nicht entwaffnen lassen, tönt es aus den Schützenhäusern.

Ganz praktisch betrachtet rechtfertigt es die Bedrohungslage nicht, die Heimlagerung aufrecht zu erhalten. Es stehen weder Russen noch sonstwelche Aggressoren an unseren Grenzen und der neue Web2.0-Sicherheitsbericht von Ueli Maurer wird auch für die nahe Zukunft keinen BöFei finden.

Die entstehenden Probleme, die Suizide und Amok-Läufe, rechtfertigen ein Handeln und die grün geführte und heute eingereichte Ordonanz-Waffen-Initiative geht in meinen Augen in die richtige Richtung. Ein brauchbares Waffengesetz findet auch für die Schützen tragbare Regelungen. Wichtig ist in erster Linie das Recht, die Waffe im Zeughaus abgeben zu dürfen. Verantwortungsvolle Familienväter lagern schliesslich keine Schusswaffen im heimischen Schrank.

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8 Kommentare

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Gepostet von Lupe, der Satire-Blog 03.09.75
stimme völlig mit dir überein. als ich einen solchen vorstoss einreichte, hörte ich von den meisten liberalen poltikern zuerst die begründung "freiheit, anstelle von staatliche vorschriften". trotzdem stimmte mir dann die mehrheit des parlamentes zu.

Gepostet von Michael Jäger 03.09.49
Das ist halt eine liberale Reflexhandlung. Aber die persönliche Freiheit hört ja bekanntlich spätestens dort auf, wo Leib und Leben des anderen beginnen. Also sind zu meiner grossen Freude auch Freisinnige lernfähig.

Gepostet von Hansjuri 03.09.95
Ich frage mich einfach wo da denn der liberale Gedanke ist, wenn mich der Staat zwingt ein Gewehr bei mir zu Hause einzulagern. Die Initiative will ja nicht (so weit ich bis jetzt weiss) den Waffenbesitz generell einschränken. Ich habe die staatliche Bevormundung satt, ich will wenigstens das Gewehr, dass mir nicht gehört nicht aufgezwungen bekommen (naja was solls ich geb den Gerümpel in ein paar Jahren sowieso ab).

Gepostet von Andreas Kyriacou 03.09.39
Huch, wir sind uns schon wieder bei einem Thema weitgehend einig ;-)

Für die Sportschützen sieht der Initiativtext Ausnahmeregelungen vor. Die können einem Ja deshalb recht gelassen entgegensehen. Den Réduit-Widerständigen geht's aber wohl um die Ehre, nicht um Praktikabilität (und schon gar nicht um zivile Sicherheit). Deshalb stehen sie natürlich bereits Gewehr bei Fuss. Aber sie werden hochkant verlieren, auch wenn der neue Armeechef in spe seit neuestem als Frauenversteher macht.

Gepostet von Anita Mattes 03.09.01
Richtig: Sturmgewehre gehören ins Zeughaus und nicht in die gute Stube. Falsch: die Federführung der Initiative liegt bei der SP Schweiz und nicht bei den Grünen.

Gepostet von Michael Jäger 03.09.41
@Anita: Pardon, dann bin ich also für eine SP-geführte Initiative. Ich bitte um Nachsicht.

Gepostet von Simon Messmer 14.03.09
Die vergangenen Tage haben es leider wieder einmal dramatisch vor Augen geführt: Die Entwaffnung der Schweiz muss endlich beginnen. Soweit ich weiss, ist dieses Thema übermorgen in Bern ein Thema. Ich habe schon ein paar Bürgerlichen Nationalräten per E-Mail mitgeteilt, sie sollen bitte keinen \"Scheiss\" stimmen.

Hoffen wir das Wunder wahr werden.

Gruss Simon Messmer

Warum muss immer erst etwas geschehen, bis endlich auch einige Bürgerliche einsehen, dass Armeewaffen zu Hause nichts zu suchen haben?

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