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Warum heute ein grosser Tag für die SVP ist


Beitrag vom 26.11.2008
Nicht dass ich etwa schadenfreudig wäre. Aber es verwundert schon, wenn an ein und demselben Tag ein eben erst gewähltes Mitglied der Oberrieter GPK via Zeitung bekannt gibt, dass er sein Amt nicht anzutreten gewillt ist, und ein anderer in einem höchst verwirrlichen Leserbrief annonciert, dass er für den Bundesrat zur Verfügung stehe. Beides sind SVP-Mitglieder.
Meldung in der Volkszeitung
Dass in Oberriet, wo die SVP mehr als die Hälfte der Stimmen bei den letzten Nationalratswahlen gemacht hat, ein gewähltes GPK-Mitglied sein Amt nicht antreten will - wohlgemerkt nach Verstreichen der hierfür vorgesehenen Frist, ist schon ein starkes Stück. Dabei hatte die Oberrieter SVP bei den letzten Kommunalwahlen Mühe genug, überhaupt Vertreter in Amt und Würden zu heben.

Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass es der Volkspartei an Personal mangle, das bereit ist, sich zu engagieren. Wenn es aber nicht um ein glanzloses Miliz-Amt wie die GPK geht, sieht es anders aus, wie Dr. Christoph Oesch uns gleichentags via Leserbrief versichert. Er empfiehlt sich als Bundesrat und scheint hochgradig für das Amt des VBS-Chefs geeignet, denn er sticht aus der Masse der Bewerber heraus:
Der sehr lesenwerte Leserbrief von Herr Dr. Oesch im Original
Der Durchschnitt war mir immer zu wenig, schon bei meiner Zeugung.
So gern ich es tun würde, verbietet mir meine Erziehung, über den tieferen Sinn dieser Aussage zu spekulieren.
Klaus Kobjoll wird als Wildente bezeichnet [wer zur Hölle ist das?]. Er bildete mich als einer der besten KMU-Unternehmer Deutschlands weiter, vermutlich absolut der Beste.
Das ist grammatisch etwas knifflig: Klaus Kobjoll ist mit dem besten Unternehmer gemeint. Von sich selbst als dem Besten spricht sonst nur Christoph Blocher. Herr Dr. Oesch ist aber nicht nur selbst hervorragend geeignet, er bringt auch gleich einen funktionierenden Stab mit:
Mein Generalsekretär André Schlegel war Quartiermeister und Hauptmann im Stab Vsg Bat 72. Er hat mir telefonisch zugesagt. Er ist für die konventionelle Armee zuständig. Frau Annon kennt das Bundeshaus aus dem FF. [...] Im Kriegsfall und bei Unklarheiten ziehe ich mich in die dem Bundeshaus nahe gelegene Heiliggeistkirche zurück [...], unterstütze aber auch Hptm Schlegel und Frau Annon usw. Krisenszenarios werden aufgrund bereits gehabter Probleme erstellt.
Nachdem der Kriegsfall geregelt ist, sollten wir auch noch einen kurzen Blick auf das schon sehr konkrete Programm von Bundesratskandidat Oesch werfen:
Mein Bild fürs Zimmer [Bundesratsbüro] ist der geschützte Naturschutzpark in den USA. Der VBS-Ausflug findet jeweils am Wochenende statt wie beim Bahnhof SBB Leuten Bahnhoff Brugg. Die Hotline des VBS ist Tag und Nacht bedient, allenfalls reduziert. Das Rekrutenspiel 16-2 für die Eröffnungsfeier in Balgach und Widnau ist ausgewählt. Es hat aber noch keinen Auftrag erhalten. Doch dies erfolgt nächstens.
Auch für die Wahl hat Herr Dr. Oesch bereits Vorkehrungen getroffen:
Während der Session stehe ich meiner Partei vom 1. Dezember bis 20. Dezember im Hotel Savoy mit Auskünften gerne zur Verfügung.
Also wenn da noch einer an der Eignung des Selbstvorschlags zweifelt, legt er falsche Massstäbe an. Falls es wider Erwarten doch nicht zum Bundesrat reichen sollte, kann Herr Dr. Oesch, als Finanzfachmann auch dafür prädestiniert, ja den vakanten Sitz in der GPK Oberriet übernehmen.




Veith Zäch
26.11.2008

Wenn das die Alternative ist, dann bitte ich die Damen und Herren aller mitbestimmenden Parteien doch lieber Herr Blocher zum Bundesrat zu wählen.




Dominik Zogg
26.11.2008

Da staunt selbst ein eher SVP angehauchte Person ;-)


mitch
26.11.2008

Ich hoffe er wirft den Stimmzettel für die Betäubungsmittel-Revision mit mit einem ja ein, so dass er in Zukunft auch legal an sein LSD kommt!


26.11.2008

Ja, der werte Herr Oesch hat ganz unzweifelhaft seine Fähigkeiten (wobei diese SVP-intern systembedingt wohl grundsätzlich als zweitklassig gelten). Aber hat er auch einen Auftrag?

Wenn nicht, bleibe ich fürs Erste doch bei meiner Nomination. Sie wird übrigens laufend breiter abgestützt: Die Facebook-Gruppe «Gerhard Blocher in den Bundesrat» hat schon unglaubliche 117 Mitglieder.


Kari
26.11.2008

Ja bei der SVP verbreitet sich halt jede neue Erkenntnis, wie die Vogelgrippe, epidemisch. Man steht jetzt dazu, der Beste zu sein. Man schämt sich nicht mehr, über das Mittelmass herauszuragen. Das heisst, man sich seiner Mittelmässigkeit bewusst und steht dazu! Nicht mehr wie damals, als man sich als Schaf unter Schafen, als Teil dieses blockenden Volches verstand. Das kann ja heiter werden. Ueberall sprisst das Mittlmass aus der Mittelmässigkeit. (Satire, what else?)


27.11.2008

Ob seine Fertilisation bereits im Vierfrucht-Pyjama stattgefunden hat?


28.11.2008

Tja, erstaunlicherweise sind unsere Vorschläge von der SVP-Fraktion nicht erhört worden. Nun ist also Ueli der offizielle SVP-Secondo. Aber ob er wirklich das strategische Denken eines Gerhard Blocher oder eines Christof Oesch besitzt?


28.11.2008

Witzigerweise ist Ueli Maurer für den 22. Februar zu einer Podiumsdiskussion im Rheintal angemeldet - als Contra zur Personenfreizügigkeit. Das wird wohl nichts werden.


28.11.2008

@Michael
Wieso, habt Ihr gegen ihn eine Einreisesperre verhängt? ;-)


28.11.2008

Aber nein - für einen Bundesrat würde es sich aber nicht gehören, gleich im ersten Semester gegen die Kollegialität zu verstossen und gegen die offizielle Haltung des Bundesrates zu reden. Ich glaube halt eher weniger an die Chancen von Luc Recordon und rechne fest mit eli Maurer.


04.12.2008

" Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass es der Volkspartei an Personal mangle, das bereit ist, sich zu engagieren."

Ich wundere mich schon ein wenig wenn Herr Jäger sich so über die SVP lustig macht. In seiner eigenen Partei fehlen schon seit Jahren Personen die sich engagieren. Gute Köpfe sind leider eine Mangelwahre in der FDP. Bevor man aber über andere herzieht sollte man zuerst vor der eigenen Haustür kehren! Zudem sind kürzere Blogthemen lesenswerter als solche die wie ein Monolog daherkommen.


05.12.2008

Bei uns treten gewählte Mandatsträger ihr Amt immerhin an. Darüber muss man sich nicht lustig machen - man kann sich nur wundern.


Hansjuri
10.12.2008

Schade ich hätte den Dr. Christoph Oesch irgendwie doch lieber gehabt.


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werzurhoelle
Im Jahr 2004
bekam ich meine
erste anonyme
Drohung
wegen
eines Leserbriefs.
Das war mein
Einstieg in die
Politik



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