Nicht dass ich etwa schadenfreudig wäre. Aber es verwundert schon, wenn an ein und demselben Tag ein eben erst gewähltes Mitglied der Oberrieter GPK via Zeitung bekannt gibt, dass er sein Amt nicht anzutreten gewillt ist, und ein anderer in einem höchst verwirrlichen Leserbrief annonciert, dass er für den Bundesrat zur Verfügung stehe. Beides sind SVP-Mitglieder.
Dass in Oberriet, wo die SVP mehr als die Hälfte der Stimmen bei den letzten Nationalratswahlen gemacht hat, ein gewähltes GPK-Mitglied sein Amt nicht antreten will - wohlgemerkt nach Verstreichen der hierfür vorgesehenen Frist, ist schon ein starkes Stück. Dabei hatte die Oberrieter SVP bei den letzten Kommunalwahlen Mühe genug, überhaupt Vertreter in Amt und Würden zu heben.
Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass es der Volkspartei an Personal mangle, das bereit ist, sich zu engagieren. Wenn es aber nicht um ein glanzloses Miliz-Amt wie die GPK geht, sieht es anders aus, wie Dr. Christoph Oesch uns gleichentags via Leserbrief versichert. Er empfiehlt sich als Bundesrat und scheint hochgradig für das Amt des VBS-Chefs geeignet, denn er sticht aus der Masse der Bewerber heraus:
Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass es der Volkspartei an Personal mangle, das bereit ist, sich zu engagieren. Wenn es aber nicht um ein glanzloses Miliz-Amt wie die GPK geht, sieht es anders aus, wie Dr. Christoph Oesch uns gleichentags via Leserbrief versichert. Er empfiehlt sich als Bundesrat und scheint hochgradig für das Amt des VBS-Chefs geeignet, denn er sticht aus der Masse der Bewerber heraus:
Der Durchschnitt war mir immer zu wenig, schon bei meiner Zeugung.So gern ich es tun würde, verbietet mir meine Erziehung, über den tieferen Sinn dieser Aussage zu spekulieren.
Klaus Kobjoll wird als Wildente bezeichnet [wer zur Hölle ist das?]. Er bildete mich als einer der besten KMU-Unternehmer Deutschlands weiter, vermutlich absolut der Beste.Das ist grammatisch etwas knifflig: Klaus Kobjoll ist mit dem besten Unternehmer gemeint. Von sich selbst als dem Besten spricht sonst nur Christoph Blocher. Herr Dr. Oesch ist aber nicht nur selbst hervorragend geeignet, er bringt auch gleich einen funktionierenden Stab mit:
Mein Generalsekretär André Schlegel war Quartiermeister und Hauptmann im Stab Vsg Bat 72. Er hat mir telefonisch zugesagt. Er ist für die konventionelle Armee zuständig. Frau Annon kennt das Bundeshaus aus dem FF. [...] Im Kriegsfall und bei Unklarheiten ziehe ich mich in die dem Bundeshaus nahe gelegene Heiliggeistkirche zurück [...], unterstütze aber auch Hptm Schlegel und Frau Annon usw. Krisenszenarios werden aufgrund bereits gehabter Probleme erstellt.Nachdem der Kriegsfall geregelt ist, sollten wir auch noch einen kurzen Blick auf das schon sehr konkrete Programm von Bundesratskandidat Oesch werfen:
Mein Bild fürs Zimmer [Bundesratsbüro] ist der geschützte Naturschutzpark in den USA. Der VBS-Ausflug findet jeweils am Wochenende statt wie beim Bahnhof SBB Leuten Bahnhoff Brugg. Die Hotline des VBS ist Tag und Nacht bedient, allenfalls reduziert. Das Rekrutenspiel 16-2 für die Eröffnungsfeier in Balgach und Widnau ist ausgewählt. Es hat aber noch keinen Auftrag erhalten. Doch dies erfolgt nächstens.Auch für die Wahl hat Herr Dr. Oesch bereits Vorkehrungen getroffen:
Während der Session stehe ich meiner Partei vom 1. Dezember bis 20. Dezember im Hotel Savoy mit Auskünften gerne zur Verfügung.Also wenn da noch einer an der Eignung des Selbstvorschlags zweifelt, legt er falsche Massstäbe an. Falls es wider Erwarten doch nicht zum Bundesrat reichen sollte, kann Herr Dr. Oesch, als Finanzfachmann auch dafür prädestiniert, ja den vakanten Sitz in der GPK Oberriet übernehmen.
